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Allgemeines

Was ist eine kirchliche Trauung?

Nach evangelischem Verständnis wird die Ehe auf dem Standesamt geschlossen. Die kirchliche Trauung ist ein Gottesdienst anlässlich dieser Eheschließung mit der Bitte um Gottes Segen für das Brautpaar und ihre Ehe. Im Unterschied dazu wird nach katholischem Verständnis die Ehe erst durch die kirchliche Trauung begründet. Daher sind auch die Trauzeugen bei einer katholischen Trauung zwingend nötig, um die gültige Trauung schriftlich bezeugen zu können. Wenn Paare verschiedener Konfessionszugehörigkeit sich eine "Ökumenische Trauung" wünschen, gilt es daher zu klären, ob für das Brautpaar nun das evangelische oder katholische Verständnis ihrer Trauung maßgeblich ist. (Vgl. auch den Abschnitt: "Mein Partner ist katholisch. Können wir ökumenisch getraut werden?") In jedem Fall ist eine kirchliche Trauung nur möglich, wenn zuvor die standesamtliche Eheschließung vollzogen wurde.

Was geschieht im so genannten "Traugespräch"?

Insbesondere um den Traugottesdienst vorzubereiten, treffen sich Brautpaar und Pfarrer bzw. Pfarrerin einige Wochen vorher zu einem Traugespräch. Dieses Gespräch kann im Pfarramt stattfinden oder im Haus der Brautleute.

In diesem Gespräch werden zunächst einmal ganz formale Dinge geklärt: Namen, Konfession, Geburtsdaten, u.a.m.. Anschließend wird der Ablauf des Traugottesdienstes besprochen. Dabei werden nun auch die Gestaltungsmöglichkeiten der Brautleute zum Thema:

welche Lieder sie sich gegebenenfalls wünschen und wie sie oder ihre Freunde sich am Gottesdienst beteiligen können.

Durch das Traugespräch haben Sie auch die Möglichkeit, den bzw. die für Sie zuständigen Pfarrer/Pfarrerin besser kennen zu lernen. Und umgekehrt hilft dem Pfarrer/der Pfarrerin dieses Kennenlernen auch dazu, die Trauung und insbesondere die Trauansprache persönlich zu gestalten.

Normalerweise werden Sie übrigens gebeten, sich für Ihre Trauung einen biblischen Trauspruch auszusuchen. Gut ist es, wenn dies schon vor dem Traugespräch passiert, dann ergibt sich vielleicht die Gelegenheit, mit Ihrem Pfarrer / Ihrer Pfarrerin über das zu reden, was Sie mit diesem Vers verbindet. Bei der Auswahl eines solchen Trauspruchs ist Ihnen übrigens Ihr Pfarrer bzw. Ihre Pfarrerin gerne behilflich.

Was müssen wir zum Traugespräch mitbringen bzw. bereithalten?

Falls Sie in ihrem Heimatort heiraten, brauchen Sie für dieses Gespräch keine weiteren Unterlagen, da ja die Daten zu Ihrer Taufe und Konfirmation im Pfarramt vorliegen. Falls Sie aber von auswärts kommen, sollten Sie eine Bestätigung für Ihre Taufe und Konfirmation mitbringen (Stammbuch der Eltern).

Normalerweise findet das Traugespräch einige Wochen vor der standesamtlichen Trauung statt, so dass Sie als Brautleute noch kein gemeinsames Stammbuch haben. Da die kirchliche Trauung in das Stammbuch eingetragen wird, sollten Sie es Ihrem Pfarrer bzw. Ihrer Pfarrerin nach der standesamtlichen Trauung aushändigen. Die meisten Pfarrer/Pfarrerinnen legen auch Wert darauf, dass Ihnen die für das Pfarramt vorgesehene Heiratsurkunde ("für religiöse Zwecke") vor der kirchlichen Trauung vorgelegt wird.

Dürfen wir uns einen Trauspruch aussuchen?

Der Trauspruch hat für viele Eheleute einen hohen Wert, da er ja eine Begleitung für den gemeinsamen Lebensweg sein soll. Deshalb ist es mittlerweile üblich, dass Brautleute diesen Vers selber aussuchen.
Natürlich können Sie sich einen Trauvers aus der Bibel aussuchen. In der Regel kann Ihnen aber auch Ihr Pfarrer bzw. Ihre Pfarrerin eine Auswahl an Trauversen zur Verfügung stellen. Unter www.trauspruch.de gibt es übrigens auch eine dazu hilfreiche Seite im Netz.

Mein Partner ist katholisch. Können wir ökumenisch getraut werden?

Wenn ein Partner katholisch ist und Sie kirchlich getraut werden möchten, haben Sie dafür zwei Möglichkeiten.
Entweder Sie feiern eine evangelische Trauung in einer evangelischen Kirche, bei der ein katholischer Pfarrer mitwirken kann. Damit diese Trauung von der katholischen Kirche anerkannt wird, ist ein so genannter "Dispens" nötig, den der katholische Partner über den zuständigen katholischen Pfarrer beantragen kann. Diese Trauung ist aus evangelischer Sicht auch ohne Dispens gültig, wird allerdings von katholischer Seite nicht anerkannt.
Oder, als zweite Möglichkeit: Sie feiern eine katholische Trauung in einer katholischen Kirche, bei der dann entsprechend auch der evangelische Pfarrer bzw. Pfarrerin mitwirken kann. - In beiden Fällen empfiehlt es sich, frühzeitig den Kontakt mit den zuständigen Pfarrämtern aufzunehmen.

Mein Partner oder meine Partnerin ist nicht Mitglied der evangelischen Kirche.
Können wir trotzdem kirchlich getraut werden?

Ist der Partner oder die Partnerin Mitglied einer anderen christlichen Kirche, dann kann auf jeden Fall eine evangelische Trauung gefeiert werden.
Eine Trauung, bei der einer der beiden keiner christlichen Kirche angehört, ist grundsätzlich auch möglich, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen, die es in einem Gespräch zwischen Brautpaar und dem/der zuständigen Pfarrer/in zu klären gilt.

Können wir bei der Trauung auch unser Kind taufen lassen?

Ja, das ist möglich. Es haben sich inzwischen eigene Formen für einen Gottesdienst mit Trauung und Taufe entwickelt.

Kann ich kirchlich getraut werden, wenn ich geschieden bin?

Dass Ehen zerbrechen, gehört heute leider zu unserer Lebenswirklichkeit. Einer der biblischen Texten, die bei einer kirchlichen Trauung gelesen werden, ist nun aber der Satz Jesu: "Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden." (Matthäus 19,6) Dieser Satz macht es schwierig, die Frage nach der Trauung Geschiedener mit leichter Hand zu bejahen.
Andererseits aber lädt uns das Evangelium ein, von Gott die Vergebung eigener Fehler und Schuld zu empfangen. Solche erfahrene Vergebung ermöglicht auch einen neuen Anfang im Leben. Deshalb ist aus evangelischer Sicht grundsätzlich auch eine Trauung Geschiedener möglich.

Ist es möglich, im Gottesdienst zu fotografieren oder zu filmen?

Die Möglichkeiten zum Fotografieren oder Filmen in Gottesdiensten sind von den Kirchenvorständen unserer Gemeinden unterschiedlich geregelt. Am Besten besprechen Sie dieses Thema mit Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer beim Traugespräch.

Es bietet sich aber auf jeden Fall an, nach dem Schlusssegen und vor dem gemeinsamen Auszug aus der Kirche eine gewisse Zeit zum Fotografieren von Brautpaar (und Pfarrer/Pfarrerin) in der Kirche zur Verfügung zu stellen. Dann behält der eigentliche Gottesdienst seine ganze Würde und Andacht und wird nicht durch fotografierende Gäste gestört. Und zudem kann man sich dann auch auf solche Fotos konzentrieren und es werden nicht nur Schnappschüsse gemacht.

Kann ich in einer anderen Kirche oder im Grünen heiraten?

Normalerweise findet die kirchliche Trauung in der Gemeinde statt, in der die Braut oder der Bräutigam ihren ersten Wohnsitz haben. Wünschen Sie eine Trauung in einer anderen Kirche oder Gemeinde, so müssen Sie Kontakt mit dem dort zuständigen Pfarrer sowie dem Pfarrer ihrer Heimatgemeinde aufnehmen. Ihr Heimatpfarrer muss für eine solche Trauung ein Entlassungsschreiben (Dimissoriale) ausstellen, das es dem Pfarrer der von Ihnen gewünschten Kirche erlaubt, die Trauung vorzunehmen.
Eine Trauung "im Grünen" ist demgegenüber nach der Ordnung unserer Kirche nicht möglich. Die Kirche als der Ort des Gebetes und des Segens ist der angemessene Ort für eine kirchliche Trauung.

Was kostet die Trauung in der Kirche?

Der Dienst Ihres Pfarrers bei einer Trauung ist für Sie nicht mit Kosten verbunden. In manchen Gemeinden wird jedoch eine Gebühr für die Küsterdienste in der Kirche und für den Organistendienst erhoben. Viele Gemeinden bitten das Brautpaar zudem, für den Traugottesdienst den Altar und (je nach Geschmack) die Kirche zu schmücken.

Der Vater der Braut führt seine Tochter in die Kirche und übergibt sie dort dem Bräutigam. Kennt die evangelische Kirche diesen Brauch?

Dieser ursprünglich germanische Brauch fand auch Einzug in die evangelische Kirche. Er ist belastet von der patriarchalischen Vorstellungswelt, aus der er stammt: Die Frau wird hierin als Eigentum des Mannes gesehen. Daher nimmt der neue "Eigentümer" die Braut als seinen neuen "Besitz" aus der Hand des Vaters.
Da die Kirche heute ein partnerschaftliches Eheverständnis hat, rät sie von diesem Brauch ab. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Pfarrer, mit Ihrer Pfarrerin.

Brauchbare Links zum Thema Hochzeit und Kirchliche Trauung

www.ratgeber-hochzeit.de (Internet-Ratgeber rund um die Hochzeit.)
www.hochzeitsplanung.de (Hilfe für die Hochzeitsplanung.)
kirchen-abc der Nordkirche (Schauen Sie unter der Rubrik 'Trauung' nach.)
www.trauspruch.de (Auswahl an Trausprüchen, thematisch geordnet mit Erläuterungen)
www.hochzeit-ks.de (Umfangreiche Linkseite.)