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Coronabrief: Ostern geht bis Pfingsten.
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Ich sende österliche Grüße an „meine“ vier Dörfer: Berge Lembach, Mardorf und Mühlhausen! Wussten Sie das? Ostern geht bis Pfingsten…. 50 Tage lang feiert die Kirche Ostern. Solange können Sie Ihre Ostereier an den Sträuchern und Sträußen hängen lassen. Und so lange brauchen wir wohl auch, um eine Ahnung davon zu bekommen, was Auferstehung heißt….

 

 

 

 

Wie haben Sie in diesem Jahr Ostern erlebt und gefeiert?

Wir haben in der Frühe des Oster-morgens um 6.00 Uhr vor der Kirche in Berge ein kleines Osterfeuer entzündet. Mein Enkel hatte den Platz am Samstag-abend mit Steinen eingefasst, und er durfte am Ostermorgen auch die Osterkerze anzünden. Mit meiner Tochter und meiner Enkelin habe ich Osterlieder gesungen und das Oster-evangelium auf dem Kirchplatz gelesen. Die Vögel sangen so intensiv und laut wie selten zuvor!

Den ganzen Tag über kamen Leute in die offene Berger Kirche und haben den Ostergarten mitgestaltet. Das war eine echte Dennoch-Freude! Ja, wir feiern Ostern! Auch in dieser Corona-Zeit!

Im Markusevangelium sagt der Engel zu den drei Frauen, die zum Grab Jesu kamen: Ihr braucht euch nicht zu erschrecken. Ihr sucht Jesus von Nazareth, der gekreuzigt worden ist. Gott hat ihn vom Tod auferweckt, er ist nicht hier… Macht euch auf! Sagt es seinen Jüngern… Die Frauen flohen aus dem Grab. Sie zitterten vor Angst. Und … sie sagten niemandem etwas, so sehr fürchteten sie sich…

Wenn etwas so Neues, so Unbegreifliches geschieht, dann macht es Angst… Wie soll das unser kleines Hirn verstehen? Immer und immer wieder brauchen wir Engel, die uns sagen: Fürchte dich nicht!

Nach einer schwierigen Krisen-Zeit in meinem Leben habe ich für mich einen Vierer-Schritt entdeckt, der mir hilft – auch jetzt:

  1. Wahrnehmen: Alles, was ist. Alles, was geschieht. Und alles, was das in mir auslöst.
  1. Annehmen: So ist das jetzt. Ich kann das jetzt nicht verändern. Ich kann nicht die Hände vor die Augen legen und sagen, das ist nicht wahr, das ist nicht so.

Ich sage JA. Ja, so ist das jetzt und ich nehme es an, so wie es jetzt im Moment ist.

  1. Weiteratmen: Und das sage ich mit einem Lächeln???? Weil es so herrlich irdisch ist. So herrlich einfach. So normal.

Atme weiter. Atme ein und atme aus. Unser Atem fließt. Wie der Fluss des Lebens.

  1. Gestalten: Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich für mich diesen vierten Schritt entdeckt habe… Jetzt habe ich es endlich kapiert. Egal, was geschieht: Solange ich lebe, habe ich Spiel-Räume und Handlungs-Räume, um mein Leben zu gestalten.

Und wenn ich sterbe? Dann hoffe ich, dass Christus mir - bildlich gesprochen – „von der anderen Seite“ entgegenkommt und mich hineinführt in dieses neue und ganz andere Sein in Gottes Ewigkeit.

Jetzt gehen wir auf Pfingsten zu. Das Geburtstagsfest der Kirche ???? Ausgießung des Heiligen Geistes…

Atme in mir, Heiliger Geist, dass ich Heiliges denke.

Treibe mich, Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue.

Locke mich, Heiliger Geist, dass ich Heiliges liebe.

Stärke mich, Heiliger Geist, dass ich Heiliges hüte.

Hüte mich, Heiliger Geist, dass ich das Heilige nie mehr verliere.                           (Augustinus)

Was ist uns heilig?

Könnte es sein, dass es für uns auch heilsam wäre, wenn wir das entdecken würden? …(Erinnern Sie sich noch an diesen Text, der im letzten Gemeindebrief stand?)

In all dem, was jetzt geschieht, bin ich gerne für Sie da!

Wenn Sie mögen, können wir uns zu einem Gespräch draußen treffen oder einen Spaziergang zu zweit machen. Im Anschluss könnten wir, wenn Sie mögen, in die Kirche gehen. Zum Beten und für die Bitte um den Segen Gottes. Auf diesen Wegen können wir gut auf den 1,5m-Abstand achten.

Oder per Telefon?

Wir werden die Kirchen bis Pfingsten weiter geöffnet halten.

Immer am Wochenende in der Zeit von 10.00 – 19.00 Uhr.

Es liegen dann auch Andachten und andere Impulse bereit.

Wenn Sie mögen, können Sie sich bewusst zu den Zeiten, in denen die Glocken läuten (jetzt nach Ostern wieder zu den üblichen Tagzeiten) dort hinsetzen. Mir sind in dieser Zeit die Glocken ganz neu in ihrer in die Tiefe dringenden Botschaft deutlich geworden …

Und dann freue ich mich, wenn wir in nicht allzu weiter Ferne wieder Gottesdienst miteinander feiern dürfen…

Ich vermute, dass wir auch „ganz neu buchstabieren“ werden, was es heißt:

Gottes-Dienst miteinander zu feiern…

Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand…

In herzlicher Verbundenheit,

Ihre Gabriele Scheid

PS: Ich lade Sie ein zum Geburtstagsfest unsrer Kirche! Am 31.Mai.

Ort und Zeitpunkt stehen noch nicht fest. WIE wir feiern auch noch nicht.

Aber DASS wir diesen Geburtstag feiern, das steht fest!!!

 

 

2. Brief:
Ich sende herzliche Grüße an „meine“ vier Dörfer: Berge Lembach, Mardorf und Mühlhausen!

Drei Wochen Corona-Zeit mit vielen Einschränkungen liegen nun schon hinter uns. Bislang sind wir hier von schlimmen Erfahrungen verschont geblieben. Dafür bin ich sehr dankbar.

Seit dem 20.März bete ich täglich um 12.00 Uhr in der Berger Kirche, die jetzt täglich geöffnet ist – so wie in allen vier Dörfern. Ich fühle mich dabei mit Ihnen verbunden, bete für Sie und bitte um Gottes Segen für uns alle – gerade jetzt!Am Gründonnerstag feierte Jesus mit seinen Jüngern sein letztes Abendmahl – ganz bewusst hat er das Brot gebrochen und den Wein ausgeteilt – Bilder für seine Bereitschaft, sein Leben zu geben für alle. Gleichzeitig hat er auch die Nähe seiner Jünger gebraucht, weil er um seinen bevorstehenden Tod wusste.

 

Im Garten Gethsemane wollte er, dass sie für ihn wachen und beten. Er bat Gott darum, dass dieser „Kelch“ – der Tod am Kreuz – an ihm vorübergehen möge. Am Ende fand er hinein in die Worte:

Abba, mein Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir, doch nicht, was ich will, sondern was du willst, das soll geschehen.

In der Berger Kirche werde ich den Weg Jesu zeichenhaft gestalten in dieser Woche.

Abendmahlstisch.

Grab, Dornenkranz und Kreuz.

Ostergarten, die neue Osterkerze.

Am Karfreitag werden zur Sterbestunde Jesu um 15.00 Uhr für 10 min. die Totenglocken läuten. Danach schweigen die Glocken!

Der Altar ist abgeräumt. Keine Kerze brennt. Es ist still. Das Dunkel aushalten. Mich selbst aushalten. Meine Angst vor dem Tod aushalten. Meinen Seelen-Grund spüren. Und das mal nicht übertünchen oder übertönen. Geht nicht zu Hause? In der Kirche ist dafür Raum und Zeit.

Die Glocken werden schweigen bis zum Ostermorgen um 6.00 Uhr. Dann werden sie wieder läuten – das volle Geläut 10 min lang - als Zeichen der Hoffnung! Die Glocken werden uns mit Christus hineinrufen in das Auferstehungs-Leben!

Schauen Sie in die Natur und die Gärten – hier bei uns. Das Leben in der Natur wacht auf.

Gerade in dieser Corona-Zeit sind unsere Sinne viel aufmerksamer und wacher.

Wie groß und wunderbar ist doch das Geschenk des Lebens!

Ostern – wie sieht Ihre Feier des Lebens aus?

In Berge werde ich mit meiner Familie um 6.00 Uhr die Glocken läuten lassen, vor der Kirche ein kleines Osterfeuer machen und daran die neue Osterkerze entzünden, das Osterevangelium lesen und Osterlieder singen. Dabei sind wir in Gedanken mit Ihnen verbunden.

Wo und wie auch immer: Feiern Sie auch in diesem Jahr Ostern! Fest der Auferstehung! Fest des neu erwachten Lebens!

Am Ostermorgen rufen wir einander zu: Christus ist auferstanden. Ja, er ist wahrhaftig auferstanden!

Friede sei mit dir!

Ich wünsche uns allen, dass Gott uns diese besondere Zeit segnen möge – im persönlichen und im gesellschaftlichen Bereich.

Bleiben Sie behütet!

In herzlicher Verbundenheit,

Ihre Gabriele Scheid