Veranstaltungskalender

Okt 2020
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Gottesdienste

 

31. Oktober 2020  -  "Luther in Aktion"  -  17:00 Uhr  -  Andacht in der Kirche

 

08. November 2020  - 10:00 Uhr  -  Andacht in der Kirche

 

15. November 2020  -   Andacht auf dem Friedhof

(Steh-Gottesdienst - bringen Sie gern ihre Sitzgelegenheit mit)

 

18. November 2020  - 18:00 - 19:00 Uhr  -  offene Kirche

 

 

22. November 2020  -  "Ewigkeitssonntag"  -  14:30 Uhr  -  Andacht auf dem Friedhof zum Gedenken an die Verstorbenen

 

 

 

Kirche im Chattengau              

 

Videoandachten der Ev. Kirche  (Videoandacht)

Telefongottesdienste unter 05624-9959784 oder 0561-9378380

Wöchentlicher Predigtimpuls

Gottesdienst To Go auch zum Mitnehmen vor jeder Kirche.

 

 

Heil werden

Liebe Gemeinde,

wenn man krank ist oder sich körperlich unwohl fühlt, dann geht man zum Arzt. Ein Rezept wird ausgestellt oder eine Therapie vereinbart, mit deren Hilfe man sich dann besser fühlen und gesund werden soll. Eine Pille einwerfen oder ein paar Tröpfchen Medizin runterschlucken, das ist meistens einfach. Wenn aber eine Therapie verordnet wird, um das Übergewicht zu reduzieren oder um die Muskeln wieder kräftiger zu machen, den Rücken zu stärken oder die Gelenke beweglicher zu halten -, da muss man allerdings schon mitmachen, muss konsequent sein und auch Strapazen auf sich nehmen. Man will ja wieder gesund werden.

Wie die körperliche Gesundheit möglicherweise mit der inneren Gesundheit, von Geist und Seele, einhergeht, dafür gibt der Bibeltext für den heutigen Sonntag einige gute Hinweise und Anwendungsmöglichkeiten.

Eph 4,22-24 – 32:

„Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. 23Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und 24 zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. 25 Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind. 26 Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen 27 und gebt nicht Raum dem Teufel. 28 Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit eigenen Händen das nötige Gut, damit er dem Bedürftigen abgeben kann. 29 Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe denen, die es hören. 30 Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung. 31 Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung seien fern von euch samt aller Bosheit. 32 Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.

Es geht um das Heil-Werden an Leib und Seele, darum, was von Gott zu erwarten ist, so wie es etwa der Wochenspruch als Bitte formuliert:

"Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen!" (Jeremia 17,14)

Wir wissen und erfahren: Beziehungen können krank machen und Beziehungen können geheilt werden. Eben darüber spricht der Epheserbrief: Er spricht über Beziehungen, die heillos sind;

über ungeordnete Verhältnisse; über Worte, die kränken und krank machen; über Umgangsformen, die verletzen; über Lebenseinstellungen, die ungesund sind; über Wünsche und Ziele, die ins Unheil führen. Und wie wir davon loskommen, heil werden. Ganz in diesem Sinn ergeht der erste Rat:

„Legt das Lügen ab", …"redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten", und zwar wirklich jeder und jede! Nicht nur die anderen, die Politiker usw.. Nein. Alle!

In realistischer Einsicht, dass wir nicht frei von Emotionen sind, richtet sich der zweite Rat an den Zorn: "Versündigt euch nicht, wenn ihr in Zorn geratet! Versöhnt euch wieder und lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen." Dass der Zorn mich erfasst, lässt sich vielleicht nicht verhindern; aber ich muss mich davon nicht bestimmen und treiben lassen. Es gibt Mechanismen der Selbstbeschränkung. Zum Beispiel, dass ich die Sache noch vor der Nacht bereinige!

Ältere Ehepaare erzählen mir gelegentlich davon, wie diese Weisheit sie durch ihr gemeinsames Leben getragen hat. Aber auch der scheinbar gegenteilige Hinweis geht in diese Richtung: Erst mal drüber schlafen!

Der dritte Rat gilt der inneren Haltung: Gebt dem Teufel keine Chance. Dem Teufel der Depression zum Beispiel. Oder den negativen Gedanken. Sich selbst am Schopfe aus dem Sumpf ziehen geht nicht, aber ich kann versuchen, mich fest an Gottes Zusagen auszurichten. Das bringt mich auf neue Gedanken.

Der vierte Rat leuchtet unmittelbar ein. Egal, ob es um schweren Raub oder um Kaufhausdiebstahl geht: Wer vom Diebstahl lebt, soll seinen Lebensunterhalt durch eigene Arbeit verdienen und zusehen, dass er auch noch etwas für die Armen übrig hat. Der Nachsatz gilt der Sozialpflicht.

Frau Meier will Frau Müller über Herrn Schmidt erzählen, wie der doch neulich, und überhaupt…! Da fragt Frau Müller zurück: „Ist‘s was Gutes, was Sie mir erzählen wollen?“ „Im Gegenteil“, sagt Frau Meier und grinst süffisant. „Ist es notwendig, dass ich davon weiß“, fragt Frau Müller weiter, und Frau Meier gibt zu: „Na ja, das nicht unbedingt.“ „Dann muss ich es auch nicht wissen“, antwortet Frau Müller und geht. So zu fragen und im Gespräch zu prüfen, was wirklich wichtig ist, setzt den fünften Rat des Epheserbriefs um. "Redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören."

Die Liste der Ratschläge endet mit einer Zusammenfassung dessen, was schädlich und was gut und recht getan ist. "Weg also mit aller Verbitterung, mit Aufbrausen, Zorn und jeder Art von Beleidigung! Weg mit der feindseligen Gesinnung! „Seid freundlich und hilfsbereit zueinander und vergebt euch gegenseitig, so wie Gott euch durch Christus vergeben hat."

Ich weiß nicht, wie es Ihnen mit diesen Ratschlägen geht, liebe Gemeinde.

Ich empfinde sie für den redlichen Umgang miteinander mehr als plausibel. Dafür braucht es keine explizit christliche Begründung. Schließlich profitieren von der Mahnung zur Wahrhaftigkeit und zur Ehrlichkeit alle, in der Kirche wie im Wirtschaftsleben, im Rathaus und am Stammtisch. Aber weil das offensichtlich nicht selbstverständlich ist, bedarf es der eindringlichen Erinnerung: "Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn."

Die örtliche Gemeinde ist angesprochen. Es geht um Kollekten und Spendenaktionen: "Damit dem Bedürftigen abgeben werden kann!" Um Sitzungen: "Redet die Wahrheit." Um Gruppen und Kreise: "Kein faules Geschwätz!" Um die Erfahrung im Gottesdienst und im Alltag: "Vergebt einander, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus."

Ich höre die Worte des Epheserbrief als kritische Frage an mich als Christen und an die Menschen, mit denen ich lebe, wie ich sie treffe am Zaun oder auf der Straße, und wie wir in Austausch gehen; und was am Ende wirklich bleibt, wenn wir ehrlich und achtsam sind. Wenn wir ehrlich sind mit uns, dann bleibt am Ende nur die Wendung zu Gott und die Bitte:

Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen!?

Merken Sie, wie das ins ungewöhnliche Bild passt, dass man den "alten Menschen ablegen" soll? Dass wir die alten Geschichten mit ihren Verirrungen wie ein Kleidungsstück ablegen und den neuen Menschen anziehen, den durch Christi Geist erneuerten, den, der jeden Tag aus der Vergebung und der Zusage Gottes heraus neu leben kann und darf. Darüber wird ganz gewiss nicht nur der Körper, sondern der Verstand und die Seele gesund, weil ich nicht auf das ausgerichtet bin, was "die anderen" so machen, sondern darauf, was Christus mit mir macht, durch und durch.

Dieser Text ist eine leicht geänderte und gekürzte Auslegung von Pfarrer i.R. Dr. Egbert Schlarb,

Am Lomberg 17, 35085 Ebsdorfergrund, E-Mail: egbert.schlarb@gmx.net

 

Herzliche Grüße Ihre

Ihre Margarete Deist, Pfarrerin im Kirchspiel Metze und Altenzentrum Eben Ezer