Veranstaltungskalender

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Gottesdienste

Auf Anordnung der Landeskirche sind alle Gottedienste bis auf Weiteres abgesagt.

Damit Sie trotzdem nicht ohne Gottes Zuspruch bleiben, finden Sie hier wöchentlich einen Predigtimpuls

Seelenfutter für Zeiten, wenn nichts bleibt

Drei, zwei, eins, null: Alles ist besagt! Das öffentliche und wirtschaftliche Leben ist auf Null gesetzt! „Gelbwesten“ und „Abstandsregeln“ sorgen für Ordnung im Supermarkt. Hier wird dem letzten klar: Die Lage ist ernst.

Drei zwei, eins, null: Nichts bleibt ! Den Ernst der Lage bekommen auch die Jünger an der Seite Jesu zu spüren. Im Lukasevangelium lesen wir davon im 9. Kapitel, Vers 57-62:

Vom Ernst der Nachfolge

57 Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst. 58 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege. 59 Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. 60 Er aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes! 61 Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind. 62 Jesus aber sprach zu ihm: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.

Liebe Gemeindeglieder,

Wer hätte das gedacht, es ist Sonntag, die Glocken läuten, die Kirche bleibt zu. Die Welt steht still. Zur Zeit Jesu war zwar nicht ein Virus der Auslöser, dass nichts mehr so ist, wie es war; Der Ernst der Lage hat im Gespräch Jesu mit seinen Jüngern andere Gründe; die Jünger sollen wissen, auf was sie sich einlassen, wenn sie sich für den Weg mit Jesus entscheiden. Was Jesus exemplarisch einfließen lässt, spiegelt Erfahrungen, wie wir sie im Zuge der Corona-Pandemie aktuell machen: wenn „sichere Orte“ in Frage stehen, weil jede Begegnung zum Ansteckungspotential werden kann; wenn Rituale, wie eine Trauerfeier des Vaters, in der gewohnten Weise abgesagt werden müssen. Wenn Weggefährten zurück bleiben müssen. Wenn Geborgenheit in Furcht übergeht.

Wer sich für den Weg mit Jesus entscheidet, muss damit rechnen, dass alles, was bislang von Bedeutung war, unter den Füßen zerbricht. Was sich in solchen Momenten an Fragen auftut, bringt die wirklich wichtigen Dinge im Leben ans Licht: Was gibt Halt, wo nichts sonst mehr hält ? Warum sollte ich mir das antun und den Weg der Nachfolge gehen ? Wenn der Glaube weder ein warmes Nest ist oder ein Ruhekissen, was ist er dann ?

In der Vorbereitung auf den Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden, - er war ursprünglich am 29. März 2020 vorgesehen - haben wir uns mit diesem Bibelwort auseinandergesetzt. Die Jugendlichen sind diesen Fragen auf verschiedenen Ebenen nachgegangen. Auslöser für diese Fragen war das Thema „Influencer – Vorbilder fürs Leben“?

Was die Jugendlichen zusammengetragen haben, ist wert angesichts der aktuellen Lage geteilt zu werden. Aus diesem Grund, lassen wir die Gruppe, die die Verkündigung übernommen hat (Linn, Lilly, Mia, und Cathrina), an dieser Stelle zu Wort kommen:

„Wem folgen wir? …. Wir haben uns ….. diese Frage gestellt und sind zu dem Entschluss gekommen, dass gerade oft Influencer (das sind bekannte Menschen aus dem Internet) unsere Vorbilder sind. Als Person im öffentlichen Leben zeigen sie sich meistens, im Internet, nur von ihrer besten Seite.

Doch letzten Endes sind Influencer auch nur Menschen und haben nicht immer so ein perfektes Leben, wie es scheint. Aber wollen wir wirklich jemandem folgen, der sich nur auf oberflächliche Sachen im Leben beruft?

Doch was sind die wirklich wichtigen Dinge im Leben und wieso sollten wir Gott und Jesus folgen? Oftmals nehmen wir uns falsche Vorbilder, die einem nicht das geben können, was Gott einem geben kann und gibt: einen Lebenssinn. Gott ist da und gibt einem Halt. In schönen Momenten, in düsteren Augenblicken sowie bei neuen Erfahrungen. Gott nimmt einem die Last ab.

Er ist befreiend. Man kann immer zu ihm kommen, denn er hat für jeden ein offenes Ohr. Gott ist die Hoffnung. Er ist mehr als eine kurze Phase im Leben und geht sogar über den Tod hinaus. Es lohnt sich Jesus zu folgen, weil er einen auf dem rechten Lebensweg führt und jeden in seine Gemeinschaft aufnimmt. Jesus gibt uns Stärke.

Aber wieso reden wir dann nicht über die wirklich wichtigen Dinge im Leben mit unseren Mitmenschen? Es ist doch so wichtig auch diese Themen anzusprechen, weil sie uns tief im inneren bewegen. Wieso teilen wir keine besonderen Augenblicke mit, um die es sich wirklich lohnt zu leben?

Warum tun wir uns so schwer damit, über unser eigenes Bild, von sich selbst, von der Welt und den Menschen zu sprechen ?

Vielleicht kommt einem dann die Frage, was einen Menschen überhaupt ausmacht. Natürlich ist jeder Mensch einzigartig und individuell. Jedoch tragen Charakter, Vorlieben, Talente und das Umfeld zu einer besonderen Persönlichkeit bei. Deshalb ist es sehr wichtig, dass jeder lernt, sich selbst zu lieben. Darum nützt es nichts, sich an Vorbildern zu orientieren, bei denen das Aussehen und die Oberflächlichkeit im Vordergrund steht. Wir müssen jeden so akzeptieren wie er oder sie ist. Denn Gott hat uns alle gleichermaßen einzigartig und wunderschön, auf seine eigene Art und Weiße geschaffen.“