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Dem Himmel auf der Spur
metze34

Unsere Station auf der Himmelfahrtstour

 

Herzlich willkommen, liebe Himmelfahrtsgäste,

Auf dieser Station unserer Himmelfahrtstour laden wir Sie ein, aus dem freien Himmel draußen, das Deckengemälde in der Metzer Kirche aufzusuchen, unter Einhaltung der Abstandsregeln, versteht sich.

Auf himmelblauem Untergrund leuchten zahlreiche unterschiedliche Sterne von oben herab.

Viele von Ihnen haben schon seit Wochen nicht mehr unter diesem Himmel Platz genommen. Manche vielleicht noch nie, oder sie haben nicht bewusst darauf geachtet. Denn dazu muss man den Blick nach oben richten. Mich beglückt und tröstet der Metzer Sternenhimmel immer wieder. Und damit bin ich offensichtlich nicht allein.

Ich denke an eine ältere Frau. Sie berichtet, dass sie in letzter Zeit dazu übergegangen ist, vor dem Einschlafen das bekannte Kinderlied zu beten: „Weißt du wieviel Sternlein stehen an dem blauen Himmelszelt? Weißt du wieviel Wolken gehen weithinüber alle Welt ? Gott der Herr hat sie gezählet, dass ihm auch nicht eines fehlet an der ganzen großen Zahl, an der ganzen großen Zahl“( EG 511,1). Sie könne dann immer beruhigt einschlafen. Das sei tröstlich. Mich berührt, wie sie davon erzählt, wie sie dieses schlichte Ritual geborgen und gehalten sein lässt.

Mit dem Himmel, der im Fest Christi Himmelfahrt seinen Platz hat, geht es um solche Erfahrung: Ich gehe nicht verloren mit meinem Leben. Jetzt nicht, morgen nicht und auch später nicht. Es gibt ein Ziel, es gibt ein Gehaltensein.

Der Evangelist Johannes berichtet im Bibeltext für den heutigen Himmelfahrtstag, wie dieses Nicht-Verlorengehen im Hier und Jetzt erlebbar wird. Der Jesus des Johannesevangeliums entschwindet nämlich nicht im Himmel auf Nimmerwiedersehen. Jesu Sache geht weiter. In den Herzen. In der Einheit mit den Menschen, die an ihn glauben. Auf der Beziehungsebene. Vertraut und intim geht es da zu, wie am Gespräch zwischen Jesus und seinem Vater zu sehen ist:

20 Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, 21 dass sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.

22 Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, auf dass sie eins seien, wie wir eins sind, 23 ich in ihnen und du in mir, auf dass sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.

24 Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe die Welt gegründet war. 25 Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. 26 Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen (Johannes 17, 20-26).

Einheit, Herrlichkeit und Liebe

– der Metzer Sternenhimmel setzt den Zusammenklang dieser Worte ins Bild:

als Einheit – in der Art und Weise, wie die unterschiedlichen Formen und Größen der Sterne ihren Platz finden auf blauem Grund.

Haben Sie Lust, die Sterne mal zu zählen ? Wie viele sind es ?

als Herrlichkeit – mit der Farbe Gold in den Sternen. Sie ist ein Symbol für Könige und Herrscher, für Reichtum und Macht. Das Gold hebt sich im Bild des Metzer Sternenhimmels vom blauen Grund ab. Das Zusammenspiel jedoch zeigt: wir haben daran Anteil.

Seinen Grund hat das in der Liebe. Sie ist das Element im johanneischen Zusammenklang, das die Kräfte zwischen Himmel und Erde verbindet. In der Weise, wie die Elemente zueinander in Beziehung stehen, klärt sich: Mein Leben hat einen Platz bei Gott. So wie jeder Stern in seiner Einzigartigkeit seinen Platz hat im großen Universum, so ist jedes Leben eine Liebeserklärung Gottes, die auf Antwort wartet: „Wer bist du mir als Vater? Und wer bin ich dir als Sohn/Tochter?“

Welch spannungsvolle Entdeckungen in diesem Beziehungsgeschehen an den Tag kommen, erschließt sich ganz irdisch mit dem folgenden Songtitel der Musikgruppe „Unheilig“. „Geboren, um zu leben.“

Unheilig

Es fällt mir schwer
Ohne dich zu leben
Jeden Tag zu jeder Zeit
Einfach alles zu geben
Ich denk so oft
Zurück an das was war
An jedem so geliebten
Vergangenen Tag
Ich stell mir vor
Dass du zu mir stehst
Und jeden meiner Wege
An meiner Seite gehst
Ich denke an so vieles seitdem du nicht mehr bist
Denn du hast mir gezeigt
Wie wertvoll das Leben ist

Wir waren geboren um zu leben
Mit den Wundern jeder Zeit
Sich niemals zu vergessen
Bis in aller Ewigkeit
Wir waren geboren um zu leben
Für den einen Augenblick
Bei dem jeder von uns spürte
Wie wertvoll Leben ist

Es tut noch weh
Wieder neuen Platz zu schaffen
Mit gutem Gefühl
Etwas Neues zuzulassen
In diesem Augenblick
Bist du mir wieder nah
Wie an jedem so geliebten
Vergangenen Tag
Es ist mein Wunsch
Wieder Träume zu erlauben
Ohne Reue nach vorn
In eine Zukunft zu schauen
Ich sehe einen Sinn seitdem du nicht mehr bist
Denn du hast mir gezeigt
Wie wertvoll mein Leben ist

Wir waren geboren um zu leben
Mit den Wundern jeder Zeit
Sich niemals zu vergessen
Bis in aller Ewigkeit….

Und ganz himmlisch mit dem Segen von Sabine Naegeli, mit dem ich Sie wieder unter den freien Himmel entlasse.

Himmelfahrtssegen

„Möge dann und wann / deine Seele aufleuchten /

im Festkleid der Freude./ Möge dann und wann /

deine Last leicht werden /

und dein Schritt beschwingt / wie im Tanz./

Möge dann und wann /

ein Lied aufsteigen /

vom Grunde deines Herzens/,

das Leben zu grüßen /

wie die Amsel den Morgen./

Möge dann und wann /

der Himmel über die Schwelle treten.“

 

Es grüßt Sie herzlich

Ihre Margarete Deist, Pfr.in