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Gottesdienste

Jubiläumskonfirmation

26. September 2021

10:30 Uhr Metze Pfarrhof

mit dem Posaunenchor

 

Kirche im Chattengau     

 

Jeden Sonntag Videoandachten der Ev. Kirche  (Videoandacht)

Telefongottesdienste unter 0561-9378380

Wöchentlicher Predigtimpuls:

 

 

Wenn Sie Fragen haben oder ein Gespräch wünschen, rufen Sie an oder schreiben Sie:

E-Mail: pfarramt.metze@ekkw.de; Telefon 05603-2350.

Wenn Sie diese Leseandacht gern regelmäßig im Briefkasten finden wollen, melden Sie sich und wir bringen die Briefe zu Ihnen nach Hause.

 

„Irgendwann ist jetzt!“

Diese Haus- und Leseandacht greift Texte auf anlässlich des Festgottesdienstes zum Jubiläum der Konfirmation vor 50 (1970/1971), 60 (1960/961) und 65 (1955/1956) Jahren. Der Titel des Gottesdienstes geht auf den gleichnamigen Song des Popsängers Max Giesinger zurück. Das Lied wurde anlässlich des hessenweiten „Hit-from-Heaven-Sonntags“ ausgewählt. Es lädt ein, die christliche Botschaft im Spiegel moderner Popsongs zu lesen. Der Bibel- und Liedtext ist zum Vergleich abgedruckt.

WOCHENSPRUCH

Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. 1. Joh. 5,4c

 

PSALM Lebenstraum (Betrachtung zu Worten aus Psalm 139)

Lebenstraum

Sich einfach fallen lassen in das Leben –

in das Geheimnis, das ich bin.

Lebenstraum

Wirklichkeit, die früh angefangen hat

in der Finsternis

…weit vor der Geburt,

als das Leben noch EIN großes Ganzes war,

geformt vom Schöpfer.

Finsternis ist wie das Licht.

Denn du hast meine Nieren geschaffen, mich im Bauch meiner Mutter gebildet.

Ich danke dir dafür, dass ich so unglaublich wunderbar geschaffen bin.

Wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.

Deine Augen sahen schon mein Wesen, als ich noch keine Gestalt gewonnen hatte.

Die Tage meines Lebens sind vorgezeichnet, noch bevor ich zur Welt gekommen bin.

Wie kostbar sind für mich deine Gedanken, Gott!

Wie ist ihre Summe so groß.

Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand.

Am Ende bin ich noch immer bei dir.

Tolle Gedanken

Weite,

ganz große!

Sie kommen aus dem Herzen Gottes.

Sie treffen auf meine „kleine“ Welt.

Auf das, was geworden ist, in meinem Leben.

Auf das, was gelungen ist.

Aber auch auf die Enge,

und die Engstirnigkeit, mit der ich manchmal gewohnt bin,

durchs Leben zu ziehen,

begleitet von überzogenem Ehrgeiz,

von Neid…

von denen, die außer dieser „kleinen“ Welt nichts anderes gelten lassen

und deshalb auch nichts anderes zu leben und zu bieten haben.

Erforsche mich Gott, und erkenne mein Herz!

Verstehe mich und begreife, was ich denke!

Schau doch, ob ich auf einem falschem Weg bin!

Und führe mich auf dem Weg, der Zukunft hat.

Es ist gut,

immer wieder darauf zu schauen:

Sind wir auf dem richtigen Weg?

Und wenn Gott das für uns tut, ist es umso einfacher:

Seine Milde, sein Zuspruch,

sein „klares“ Rückgrat richten mich auf.

Sein Segen führt weiter,

hin zu dem, was Bestand hat!

Ewig. Amen

 

„Steh auf, nimm dein Bett und geh…“ - Irgendwann ist jetzt – wenn wir wie heute anlässlich des Konfirmationsjubiläums die Heilung des Gelähmten in Verbindung bringen mit einem modernen Popsong, gehen wir der Spannung nach zwischen Jugend und Alter, zwischen Aufbruch und Bleiben; zwischen Abwarten und Handeln.

Biblisch gesehen zeigt sich diese Spannung im Satz „Steh auf, nimm dein Bett und geh…“ – Modern gesehen kommt sie zum Ausdruck im Titel des Liedermachers: „Irgendwann ist jetzt“.

Egal, ob „Steh auf, nimm dein Bett und geh…“ oder „Irgendwann ist jetzt“ - wer das gesagt bekommt oder von sich sagt, dem ist klar, dass ihn Besseres erwartet als bisher. Bessere Möglichkeiten zu leben.

Ganz in diesem Sinn hat mit der Konfirmation für viele von Ihnen der Weg im jugendlichen Alter in der Absicht und Hoffnung damit begonnen, dass sie vertraute Umgebungen wie das Elternhaus und die Schule hinter sich gelassen haben, um weiter zu kommen. Vielleicht, weil klar war, wenn du da bleibst, wird nichts aus dir. Sieh zu, dass du wegkommst. Nutze die Chance. Mach dich auf…“ . – Heute und hier fragen wir: Was ist daraus geworden?

Oder aber es ist ganz anders gekommen im Blick auf die Punkte im Leben, die uns gelähmt haben, wo nichts weiterging? Was ist mit den Momenten, in denen – wie der Gelähmte es für sich im wahrsten Sinn des Wortes erlebt – nichts mehr geht? Die Punkte im Leben, wo wir durch körperliches Leid oder ungelöste Probleme, Sorgen und Fragen am Gehen gehindert wurden. Wenn wir beispielsweise mit der heutigen Bundestagswahl darauf hoffen, dass es mit unserem Land irgendwie gut weitergeht, aber bitte am besten ohne große Veränderung!?

Neben allem Guten und Schönen, das uns an einem Tag wie heute dankbar stimmt, mischt sich in die Fragen die Erkenntnis: Ohne Aufstehen, ohne Veränderung wird es nicht gehen, wenn wir mit dem fertig werden wollen, was uns fertig macht, oder womit wir uns fertig machen?

Mit dem Platz, den Max Giesinger den Fragen des Lebens gibt, ist ein erster Schritt in Richtung Veränderung getan. Die biblische Geschichte kommt dem auf der Ebene nach, dass sie Mut macht, nach Mitstreitern Ausschau zu halten, mit denen sich Not teilen lässt.

Angefangen bei dem, was Giesinger zum Text des Songs animiert hat, kann das bedeuten, dass wir den Fragen nachgehen, die sich auftun im Rückblick auf das Leben. In einem Interview erzählt der 33 jährige Sänger davon, wie es ihm damit ergangen ist. Er fragt sich: „Warum will ich im Leben immer mehr?“ „Warum bin ich nicht mit dem zufrieden, was ich erreicht habe im Leben?“ Viele Menschen, erzählt er, versuchen irgendwelche Dinge im Leben zu erreichen, indem sie ihr Glück im Außen suchen: das eigene Haus, die Familie, den guten Job, die Urlaubsreise…. Dabei verkennen sie oft, was mit dem Leben schon einfach da ist. Er meint damit die innere Reise zu sich selbst auf der Suche nach dem Grund, der alles Leben trägt. Damit kommt der Glaube ins Spiel, warum er singt: „Und so fang ich an zu glauben, dass alles, was ich brauche, schon immer in mir steckt“.

Zum Beispiel, wenn ich entdecke: „Es ist der Absolute Wahnsinn überhaupt am Leben zu sein; die Freude, die sich einstellt, wenn ich im Hier und Jetzt merke, den Vogel singen höre, oder merke, dass wir in einem Land leben, das mit seinen demokratischen Werten super gut aufgestellt ist, wenn es um die Versorgung mit dem Nötigsten geht.

Auf die Frage, wo er sich selbst im Glauben an Gott sieht, erzählt Max Giesinger davon, dass er seit dem 10. Lebensjahr jeden Abend das Vaterunser betet und wie er seinen Glauben in der Dankbarkeit erlebt. „Dankbarkeit ist eine gute Sache, die einem das Leben erleichtern kann.“ Abschließend erzählt er im Interview, was er mit dem Song den Menschen mit auf den Weg geben will: „Ich wünsche den Menschen Zufriedenheit; Dass sie weniger hart mit sich selbst sind, sondern dass sie den Dingen im Leben nachgehen, von denen man in sich spürt, das ist stimmig.“ Nach dem Motto: „Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum.“

Auf dem Weg dahin setzt sich Giesinger mit den negativen Einflüssen im Leben auseinander, die uns an einer solchen Lebenseinstellung hindern. Giesinger möchte auf sich selbst hören, sich mehr Zeit nehmen und vertrauen. Damit kommen die anderen in den Blick, die Umwelt sowie die Menge der Menschen, die uns im Leben begleiten. Was Giesinger Mut macht auf diesem Weg ist die Erkenntnis, dass Vertrauen und Glaube, immer schon da ist, wie das Leben selbst.

Im biblischen Bericht geht diese Erkenntnis mit dem auslösenden Moment einher, der dem Gelähmten auf die Füße hilft. Mit ihm bahnt sich ein Weg, wie Menschen Vertrauen fassen. Wie es gelingt, aus Gewohntem aufzubrechen, loszugehen und im Vertrauen zu Gott Neues zu wagen. Die vier Menschen, die den Gelähmten zu Jesus bringen, leben und kennen diesen Moment; die Zeit oder der Klíck, mit dem klar ist: Irgendwann ist Jetzt.

Sie sehen in der Begegnung mit Jesus eine Chance und packen sie am Schopf. Ihr Vertrauen hilft dem Gelähmten, dass er wieder auf die Beine kommt. Das macht sichtbar, wie sehr Glaube von den Menschen lebt, die für uns einstehen. Wenn das Leben gut weitergehen soll, braucht es Menschen, die nicht stehen bleiben bei dem, was schon immer so war wie es ist.

Ganz in diesem Sinn, wünsche ich Ihnen, dass Gottes Segen Ihnen auf dem weiteren Weg zur unerschöpflichen Kraftquelle wird, die Ihnen in der Wortwahl von Max Giesinger hilft, darauf zu vertrauen, „dass alles, was ich brauche, schon immer in mir steckt.“

Herzliche Segenswünsche für den weiteren Lebensweg allen Jubilarinnen und Jubilaren, allen Leserinnen und Lesern

Ihre Margarete Deist