Gottesdienst zum Sonntag Quasimodogeniti den 11.4.2021

 

Gottesdienst zum Sonntag Quasimodogeniti, 11.4.2021, zum Johannesevangelium, Kapitel 21, Verse 1-14.

Das Osterfest liegt hinter uns. Was nehmen wir mit von der frohen Botschaft der Auferstehung Jesu? Dieser Frage geht die Predigt nach.

Mit herzlichen Grüßen Ihrer Kirchengemeinde, Ihr Pfr. B.Loose.

 

 

 

 

 

 

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 Mit herzlichen Grüßen Ihrer Kirchengemeinde, Ihr Pfr. B.Loose.

 

Psalm 116,9; 1-8

Ich werde wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebendigen. Halleluja.

Das ist mir lieb,

       dass der Herr meine Stimme und mein Flehen hört.

Denn er neigte sein Ohr zu mir;

       darum will ich mein Leben lang ihn anrufen.

Stricke des Todes hatten mich umfangen,

       des Totenreichs Schrecken hatten mich getroffen;

       ich kam in Jammer und Not.

Aber ich rief an den Namen des Herrn:

       Ach, Herr, errette mich!

Der Herr ist gnädig und gerecht,

       und unser Gott ist barmherzig.

Der Herr behütet die Unmündigen;

       wenn ich schwach bin, so hilft er mir.

Sei nun wieder zufrieden, meine Seele;

       denn der Herr tut dir Gutes.

Denn du hast meine Seele vom Tode errettet,

       mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten.

 Ich werde wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebendigen. Halleluja.

 

Gebet 

Neue Hoffnung gibst du in unser Leben, Gott,

unverhofftes Vertrauen, wo wir noch ängstlich sind.

Mit Jesus läßt du uns auferstehen.

Wir danken dir durch ihn, der unser Leben ist.

 

 

Johannesevangelium, Kapitel 21, Verse 1-14

Danach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern am See Tiberias. Er offenbarte sich aber so:

Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere seiner Jünger.

Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will fischen gehen. Sie sprechen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts.

Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wußten nicht, daß es Jesus war.

Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein.

Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten's nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische.

Da spricht der Jünger, den Jesus liebhatte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, daß es der Herr war, gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich ins Wasser. Die andern Jünger aber kamen mit dem Boot, denn sie waren nicht fern vom Land, nur etwa zweihundert Ellen, und zogen das Netz mit den Fischen.

Als sie nun ans Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer und Fische darauf und Brot.

Spricht Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt!

Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz an Land, voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig. Und obwohl es so viele waren, zerriß doch das Netz nicht.

Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wußten, daß es der Herr war.

Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt's ihnen, desgleichen auch die Fische.

Das ist nun das dritte Mal, daß Jesus den Jüngern offenbart wurde, nachdem er von den Toten auferstanden war.

 

Liebe Gemeinde,

Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu Christi. Das Fest der Hoffnung. Das Fest des Neuen Lebens. Wie haben Sie es gefeiert? Auch im kleinen Kreis der Familie, mit einem Gottesdienst im Fernsehen? Bei unseren ersten Gottesdiensten in Gemeinschaft nach fast vier Monaten waren einige mutige und Teils schon geimpfte Menschen zusammen gekommen. Und es tat gut, sich zu sehen und miteinander zu beten und zu feiern.

Ostern, das Fest der Hoffnung und des Lebens. Viele Menschen hoffen darauf, dass es endlich wieder normaler zugeht, dass man sich wieder freier bewegen und mit mehr Menschen treffen kann. Ungezwungen einkaufen gehen können, Freundschaften und Gemeinschaft pflegen, Geburtstage und Jubiläen richtig feiern können. Das Leben wieder genießen können.

Und die Hoffnung ist groß, dass das im Sommer wieder möglich ist.

Ostern haben wir in unserer Familie auch feste Traditionen. Die Kinder sind schon erwachsen, da werden keine Eier mehr versteckt und gesucht. Aber es gibt zwei Kuchen, einen in der Form eines Hasen und einen in der Form eines Lammes. Dazu selbstgefärbte Eier. Mit Schokoladeneieren haben wir uns dieses Mal beschränkt. Und natürlich einen leckeren Osterbraten genossen.

Die letzten Ostereier sind gegessen. Und nun ist der Alltag wieder eingekehrt. Das Fest ist vorüber. Was bleibt von der Auferstehung Jesu? Hat uns die Botschaft von Ostern erreicht? Haben uns die österlichen Traditionen in unseren Familien auch an die Bedeutung des Festes erinnert?

Es ist schon seltsam. Wenn ein Fest vorüber ist, dann geht das Leben wieder normal weiter. Die tägliche Arbeit, die häuslichen Pflichten, die Termine. Als wäre nichts gewesen.

Und so geht es hier auch Petrus und den anderen Jüngern Jesu. Ostern ist vorbei. Jesus ist auferweckt worden von den Toten. Er ist ihnen auch schon zwei Mal erschienen. Aber er ist eben nicht mehr so unter ihnen, wie vorher. Er schaut kurz vorbei und ist dann wieder weg.

Jesus lebt. Und was tun die Jünger Jesu? Der Alltag holt sie ein. Sie müssen sich um das täglich Brot kümmern. Also gehen sie ihrer Arbeit nach. Petrus der gelernte Fischer tut, was er kann, er geht fischen. Und die anderen gehen mit. Die Arbeit als Fischer ist hart. Und sie ist nicht immer erfolgreich. Sie haben nichts gefangen.

Was hat sich für die Jünger Jesu nach Ostern verändert? Anscheinend nicht viel. Sie fallen zurück in ihr gewohntes Lebensmuster. Das gibt ihnen Sicherheit. Ohne Jesus fehlt ihnen die Führung, die Orientierung. Sie haben noch nicht verstanden, was es für sie bedeutet, das Jesus lebt.

Und nun kommt er zum dritten Mal zu ihnen. Er ist am Ufer und spricht sie an. Aber sie erkennen ihn nicht. Der Auferstandene Christus ist nicht an seinem Aussehen zu erkennen. Erst als er ihnen sagt, was sie tun sollen, als er sagt, werft die Netze noch einmal auf der anderen Seite aus und sie hatten Erfolg, da erkennen sie Jesus. Und als er mit ihnen das Essen teilt, da wissen sie es alle. Es ist Jesus. Er ist bei ihnen.

In diesen Jüngern erkenne ich mich wieder. Der Glaube an Jesus kommt nicht aus einer guten Predigt allein. Das Vertrauen in ihn muss wachsen und bedarf zugleich einer Offenheit für ihn. Und es braucht auch seine Zeit.

Und der Glaube ist auch nicht etwas, dass in einer abgehoben Sphäre geschieht, sondern mitten in der Welt, mitten im Alltag. Da kommt Jesus und gibt Orientierung.

Wenn etwas nicht klappt, eine Enttäuschung oder eine Fehlentscheidung mich blockieren. Da hilft es mir, wenn ich mich besinne, ruhig werde, bete, auf Jesus höre. Und dann den Mut finde und einen neuen Anlauf nehme, es noch einmal mit meinem Vorhaben probiere, einen anderen Weg suche. Werft die Netze auf der anderen Seite noch einmal aus.

Und dann klappt es. Und ich kann spüren, Jesus ist da.

Das sind solche Ostererfahrungen. Jesus lebt und er ist da, er gibt mir Orientierung.

Es müssen keine Wunder sein. Nichts Außergewöhnliches. Sondern mitten im Alltag, ganz gewöhnliche Erlebnisse, die mir zeigen: die Liebe Gottes rührt mich an. Seine Gegenwart ist in den kleinen Begegnungen zu spüren. In einem herzlichen Lächeln, einer Handreichung, im Teilen des Brotes, einer Hilfeleistung. Da ist jemand, der an mich denkt, der mich anspricht, der für mich betet.

So wächst das Vertrauen in die Gegenwart des nachösterlichen Jesus. Und erst im nächsten Schritt, wenn wir weiterlesen im Johannesevangelium, dann kommt der Auftrag: weide meine Herde, folge mir nach.

Das Neue von Ostern darf langsam wachsen, wie die Knospen, die sich an den Bäumen jetzt im Frühling langsam öffnen und entfalten. So darf mein Glaube sich entfalten.

Und wir sind eingeladen, dafür offen zu sein, und Ausschau zu halten, wo wir den Auferstandenen in unserem Alltag entdecken, wo wir uns von ihm leiten lassen und durch ihn in unserer Hoffnung stärken lassen.

Amen.

 

Fürbitten

Du Gott des Lebens,

du hast deinen Sohn, Jesus Christus, nicht im Tode gelassen, sondern auferweckt, damit auch wir leben.

Wir danken dir, dass durch die Kraft der Auferstehung

der Stachel des Todes besiegt ist.

Wir bitten dich, lass uns den Sieg des Lebens spüren

und die Kraft der Auferstehung erfahren.

Wir bitten dich für offene Ohren, die die Hinweise des Lebens verstehen und recht deuten.

Wir bitten dich für wache Augen, damit wir die Spuren der Auferstehung auch in unserem Leben finden.

Wir bitten dich, dass wir den Wert des Lebens begreifen

und es mit unseren Händen schützen und bewahren.

Wir bitten dich, dass wir den Geruch des Lebens wahrnehmen und mit unserer Kraft dazu beitragen, es zu erhalten.

Und wir bitten dich, dass wir die Frucht deiner Auferstehung

Schmecken in jedem Brot, das wir essen, und in jedem Schluck, den wir trinken.

Du Gott des Lebens, du hast deinen Sohn, Jesus Christus, nicht im Tode gelassen, sondern auferweckt, damit auch wir leben. Amen.